Y-Chromosom für den Wendersplatz !

Y-Chromosom ? Alphatiermentalität nach den Motto : „Friss oder stirb“ ?

Es gibt eine neue Idee an städtebaulich exponierter Lage, an einem Dreh- und Angelpunkt für die städtebauliche Neuausrichtung von Neuss.

Der Wendersplatz biete die Möglichkeit, ein Verbindungsgelenk von Innenstadt und den angrenzenden Gebieten – Rennbahnpark und Hammfeld I – zu entwickeln. An diesem Ort schlägt ein Investor nun einen Entwurf mit einem Solitärbaukörper vor.

Dieser wird in Ausrichtung und Größe dem exponierten Ort nicht gerecht!

Die massiven 7 Geschosse mit einem Y-förmigen Footprint entwickeln keine Sichtbeziehungen und differenzierte Wegeführung von der Innenstadt aus in Richtung des Rennbahnparks. Die Möglichkeit zur Schaffung von Platzkanten oder raumbildenden Gebäudestrukturen wird mit diesem Entwurf verspielt.

Wieder wartet man nicht die angekündigte Präsentation des neuen Masterplanentwurfes, die für Ende Januar angesetzt ist, ab. Mit dem Argument, man müsse handeln, sonst wäre der potentieller Mieter Creditreform nicht mehr an dem Standort Neuss interessiert, wird versucht, nach Gutsherrenmentalität Pflöcke im Spiel der frühzeitigen Sicherung von Claims zu zementieren.

Ein Ort wie der Wendersplatz kann und muss durch einen Wettbewerb entwickelt werden und nicht mit einem einzigen Investor, der auch noch ein Jahr lang alleinige Planungshoheit zugesprochen bekommen hat!

Die städtebaulichen Qualitäten einer Stadt entwickeln sich nicht allein aus Einzelinteressen von Investoren!

Ich vermisse die Abstimmung der Planung mit dem Masterplan und dieübergeordnete Leitidee, den roten Faden für das neue Bild der Stadt Neuss.Es wird eine Fläche auf dem Wendersplatz bespielt, ohne auf verkehrstechnische oder städtebauliche Strukturen einzugehen.

Ein verträgliches, entschleunigtes, aber funktionierendes Verkehrskonzept kann bei der jetzige Lage des Baukörpers nicht entwickelt werden. Die einzige Berücksichtigung des städtischen Umfeldes wird durch den weiter hinten

liegenden Baukörper und die dann mögliche Zweckent- fremdung des dadurch entstehenden Parkplatzes vor dem Baukörper als Aufstellfläche der einmal jährlich stattfindenden Schützenfestkirmes finden.

Andere Beziehnungen, wie die unbedingt nötige Verbindung der neu enstandenen Hafenpromenade mit dem Rennbahnpark, sowie der fußläufige Weg zwischen Innenstadt / Markt und Rennbahnpark werden gar nicht berücksichigt.

Wie soll da denn später das geplante Wohngebiet am Rennbahnpark angebunden werden?!

Lediglich die Sorge um die Differenz von 85 Stellplätzen löst bei Stadtrat Bedenken aus und wird als einzige Hausaufgabe an die Verwaltung gegeben.

Es bleibt also Abzuwarten, was der Ende des Monats angekündigte Masterplanentwurf für die Stadtentwicklung von Neuss vorsieht!

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Quelle: NGZ / Planung: Bahl Architekten