MINTO – Ein neues Shoppingcenter ist in Mönchengladbach gelandet.

MINTO Front
Shoppingcenter MINTO – Frontansicht

Mönchengladbach hat ein neues ShoppingCenter, das „MINTO“

Da ist es nun, gelandet wie ein Alienraumschiff mitten in der Innenstadt von Mönchengladbach. Architektonisch macht es als Solitärgebäude eine echt gute Figur. Die Fassadengestaltung mit seiner homogenen vertikalen, farblich harmonisch abgestimmten Stäbchenstruktur überzeugt mit einer klaren Haltung zur Umgebung. Nicht eine von diesen überstrapazierten anbiedernden städtebaulichen Einbindungsversuchen, mittels kleinteiliger Fassadenelementen, die Stadtstruktur spielen soll, sonder eine klare Aussage ich bin das Neue. „Look at me“

MINTO Haupteingang
Shoppingcenter MINTO – Haupteingang

Innen findet man den allseits erprobten Branchenmix der mfi. Shops der Sorte „Global Player“, die man mittlerweile in jedem Shoppingcenter egal ob mfi oder ece findet oder finden muss.

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Shoppingcenter MINTO – Innenansicht 1

Innenarchitektonisch kann das MINTO durch die geschickte Anordnung der Lufträume und der Mallaugen überzeugen. Ein großzügige Passagenführung erzeugt Weite und gute Räume für die Aufenthaltsqualität.

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Shoppingcenter MINTO – Innenansicht 2

Positiv finde ich das Angebot der vielen Steckdosen in den Verweilzonen, damit kann der moderne Multimediamensch immer wieder seine „wichtigen“ Begleiter das Smartphone mit Energie versorgen. „Always on“ dankt Free-Wlan gehört natürlich auch zum guten Ton.

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Shoppingcenter MINTO – Innenansicht 3
MINTO interior 3
Shoppingcenter MINTO – Innenansicht 4

„Shop until you drop“

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Shoppingcenter MINTO – Innenansicht 5

sreenshot_kadawittGeplant wurde das MINTO vom Architekturbüro www.kadawittfeldarchitektur.de

Die Innenarchitektur wurde von Kplus Konzept entwickelt.

 Nur leider haben Alienraumschiffe in Hollywoodfilmen immer die negative Eigenschaft das sie auf der Erde plötzlich landen und dann die Menschen, die Energie von der Erde aussaugen.

So geschieht es auch in Mönchengladbach der sogenannte „Staubsaugereffekt“ schlägt zu.
Der ohnehin schon durch den stark wachsenden Onlinehandel angeschlagene stationäre Einzelhandel  wird in der Innenstadtlagen ausgetrocknet.

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Die ansässigen Einzelhandelsgeschäft wollen/müssen um zu überleben mitziehen, denn sie wollen auch an der Synergie einen Shoppingcenter partizipieren. Sie wechseln mit großem  Aufwand, mit Parallelbetrieb (gezwungenermaßen durch die Laufzeiten ihrer Mietverträge, in die 1A Premium Lage in das MINTO. Das können aber auch nur die großen Einzelhandels ketten stemmen, die kleinen Einzelhändler bleiben zurück in der Leerstandsöde oder geben auf.

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Aber vielleicht ist das die Evolution innerhalb der Einzelhandelslandschaft.
Vielleicht müssen wir hinsichtlich der Definition Stadt und Einzelhandel umdenken.

Große Shoppingcenter Tempel übernehmen das Konsumieren in unseren Städten. Sie sind hoch optimierte Verkaufsmaschinen, mit allen positiven und negativen Aspekten des vorkonfektionierten Konsumverhaltens. Sie sind und werden noch mehr grosse Showroom Austellungen in zentraler Lage.

Die grosse Herausforderung für uns Architekten muss lauten, den entstanden Leerstand mit neuer zeitgemäßer zukunftsorientierter Nutzungen zu füllen.

Aber nicht wieder mit irgendeiner billig Lösung sondern mit wirklich neuen Konzepte für die Innenstadt Lagen 1b und 1b.

Es sind also neu Konzepten jenseits von Einzelhandel und Konsum gefragt.
Wir brauchen eine neue Definition des Begriffs „Zentrums relevant„.

BAUSÜNDEN zum Abreißen – Architektur Abrisskalender 2015

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Der Abrisskalender

Zu Ostern 2015 habe ich einen Architektur Foto Kalender geschenkt bekommen.
Genauer den Abrisskalender – Alles wird schön! 2015 von Turit Fröbe.
So weit nichts ungewöhnliches, wenn nicht ein echter lokaler Bezug zu Neuss in ihm zu finden wäre, und das auch noch am Ostersonntag.

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Hier mal ein historisches Foto und eine Zeichnungen von 1963 im noch nicht ganz fertigen Zustand. Der Bau ist das Ergebniss eines Wettbewerbs. Der Entwurf von Architekt Maier wurde damalas wegen seiner klaren Haltung, der Trennung von Alt und Neu ausgewählt.

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Grundriss St. Quirinus-Münster Anbau 1963 / Architekt BDA Dipl.-Ing.T. Maier, Neuss
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St. Quirinus-Münster Anbau 1963 / Architekt BDA Dipl.-Ing.T. Maier, Neuss

Kling schon komisch früher durch eine klare sachliche, nüchterne moderne Formensprache zum Wettbewerbssieger gewählt und heute in einer Sammlung von bundesweiten Bausünden gelandet.

Bausünden sind hässlich und überflüssig? Visuelle Umweltverschmutzung? Ein Fall für die Abrissbirne?

Weit gefehlt! Eine gute Bausünde kann sogar eine Bereicherung für ihre Stadt sein. Wer will schon einen städtischen Einheitsbrei? Bausünden zeugen von Ambition und Fantasie und offenbaren häufig sogar einen ureigenen Charme und eine gewisse Schönheit … Kurz gesagt: Bausünden sind viel zu schön zum Abreißen! Hier können Sie es aber trotzdem tun: Schließlich gibt es jeden Tag eine neue!

Quelle: Quadriga Verlag

Kalender
736 Seiten
ISBN: 978-3-86995-065-5
Ersterscheinung: 15.08.2014

Mehr zu diesem Thema auch hier:

So schrecklich schön sind Deutschlands Bausünden

Die Fotografin Turit Fröbe hat einen Bildband über Deutschlands
schaurigste Bausünden herausgegeben. Darin zeigt sie unverwechselbare
private und öffentliche Alltagsarchitektur.

Quelle: Die Welt

BUCHTIPP: Wohnkomplex -„Warum wir andere Häuser brauchen“

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„Warum wir andere Häuser brauchen“
Wohnen wir nur oder leben wir auch?

Warum versprechen sich viele Menschen vom Einfamilienhaus ein besseres Leben? Sie verlassen die Städte und ziehen ins Umland, wo sich ein trostloser Siedlungsbrei in die Landschaft ergießt. Häuser für Kleinfamilien, wie wir sie heute kennen, werden wir uns in Zukunft ökonomisch und ökologisch ohnehin nicht mehr leisten können. Wie aber sollen unsere Häuser in Zukunft aussehen? Was verraten sie über unser Leben? Könnte man sie sich ganz anders vorstellen? Dieses Buch, witzig, streitbar und bestens recherchiert, zeigt, dass das Bauen in Deutschland neu gedacht werden muss. Und wie man andernorts in Europa, Japan und Amerika bereits wohnt – jenseits von Vorstadteinöde und Apartmentriegel.
Quelle: Bild/Text – Hanser Verlag

Wohnkomplex – Niklas Maark
Hanser Verlag
Fester Einband
320 Seiten
ISBN 978-3-446-24352-1

Leseprobe (PDF)

Wirbelnde Architekturzeichnungen – Impression aus dem Kunstraum Neuss

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Hier ein Paar Impressionen von der zur Zeit laufenden Austellung im Kunstraum Neuss.

„Im Auge des Taifuns“
Wirbelnden Zeichnungen

Architekturzeichnungen von
Stanislaw W. Szroborz

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Im Zeitalter der fast nur noch digitalen Visualisierung von Architekturprojekten, ist die Austellung eine erfrischende Rückbesinnung auf die Tradition der klassischen Architekturskizzen.

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Auf großformatigen Leinwänden läßt Stanislaw W. Szroborz seine Architekturwelten wirbeln,ja sogar leuchten. Meisterlich inzensiert er dabei mit freiem expressiven Pinselstrich bereits gebaute und noch in der Vision befindliche Architekturprojekte.

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Hier das Programm von weiteren Veranstaltungen im Kunstraum Neuss im Rahmen der Ausstellung.

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„Elfenbeinturm“ Quirinus Neuss – Fotocollage

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„Elfenbeinturm“ Das Quirinus Münster in Neuss in einer Fantasy Fotocollage

Bei der Neugestaltung des „Freithof“ sollte man das Quirinus Münster nicht als Elfenbeinturm betrachten, sondern als bedeutendes historisches Bauwerk im städtischen Kontext.

Bei der Betrachtung der beiden Plätze Münsterplatz und Freithof müssen auch moderne zeitgemäße urbane Bespielungen möglich bleiben und neue entwickelt werden.