FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #05

FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #04

wp-1454702714246.jpegImmer Freitags finden Sie hier interessante Links der vergangenen Woche.

  • Fahrrad Monitoring 2015 des BMVI – Fahrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft. Nur fehlt es immer noch an der geeigneten Verkehrsinfrastuktur und dem Bewußsein der andern Verkehrsteilnehmer
  • Geoportal Rhein-Kreis Neuss – gucken Sie uns in die Karten – Ein erster Schritt zum OpenData Konzept.
  • Sketchfab – Jetzt 3D Modell direkt in WordPress – Neue Möglichkeiten für das 3D Architektur Portfolio.

Immer Freitags finden Sie hier interessante Links der vergangenen Woche.

Viel Spaß bei stöbern und lesen, natürlich alle Links und Themen sind ganz subjektiv ausgewählt. 😉

FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #01
FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #02
FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #03
FESTraum LINK TIPPS der Woche | 2016 #04

FREITHOF REWORK – Ein neuer Platz für Neuss

Ein Platz ist im städtebaulichen Kontext eine von Gebäuden umbaute freie Fläche in Städten. Plätze sind Brennpunkte des öffentlichen Lebens in der Stadt. Sie sind daher das zentrale Thema und Raumelement des Städtebaus.

Freithof Neuss
Freithof Neuss | Rework | Visualisierung #01

Der neue FREITHOF  „REWORK“ als neugestalteter städtischer Platz.

Folgende Entwurfsideen sollen die Aufenthaltsqualität erzeugen und stärken:

  • Autofrei im gesamten Bereich (keine Strassen/Parkplätze) das Prinzip Shared Space sollte für die Verkehrsbeziehungen von Fussgänger, Radfahrer und Auto.
  • Eine neue Doppelbaumreihen parallel zum Quirinus Münster als raumbildenes Grünelement.
  • Raster Module mit unterschiedlichen Höhen Niveaus zum Verweilen / Spielen / Eventmodule
  • Baulücke zur Seite Markplatz sollte mit Solitärbauwerk geschlossen werden, um eine neue Raumkante zur Platzeinfassung zuerzeugen.
Freithof Neuss
Freithof Neuss | Rework | Visualisierung #02

 

Freithof Neuss | Rework | Visualisierung #01
Freithof Neuss | Rework | Visualisierung #03

Stadt Neuss entfernt Bäume auf dem Freithof. | Was ist da los?!

Der Freithof direkt neben Quirinus Münster
ist ein echter städtischer Platz.

Leider wurde in der Vergangenheit nur eine Hälfte der Fläche des Freithofes als städtischer Platz genutzt, die andere Fläche wurde nur als Wendemöglichkeit und Parkplatz abgewertet. Dann die Hoffnung auf eine neue urbane Nutzung im Herzen von Neuss, ein Gastronom will 2014 an dieser Stelle einen Biergarten installieren – so konnte man es in der NGZ lesen. Aber plötzlich wurden im Planungsprozeß jede Menge Bedenken angemeldet, man befürchte Lärmbelästigung, so etwas wäre an diesen Ort nicht passend. Die Eröffnung wurde immer wieder bis heute verschoben. Dann kam Pfingsten 2014 die Katastrophe, der Orkan „ELA“ fegte über Neuss, 40% des Baumbestandes in der Stadt wurdne umgehauen. Auch am Freithof wurden die sechs grossen Platanen beschädigt, aber nicht entwurzelt. Wochenlang liegen bis heute noch im  gesamten Stadtgebiet umgestürzte Bäume und die Stadt Neuss, das Grünflächenamt, hat nicht Dringlicheres zu tun, als die sechs Bäume auf dem Freithof in einer „Nacht und Nebelaktion“ verschwinden zulassen. Was soll das?! Was will die Stadt damit bezwecken? Freien Blick auf das Quirinus Münster, den Gastronom mit dem Biergarten vergraulen?! Die Fläche verkaufen oder sogar bebauen?! In einem Gespräch mit dem Betreiber des Biergartens wurde klar: Nach dem Sturm ist er nicht mehr erwünscht mit seinem Konzept einen Biergarten zu betreiben. Obwohl er alle nötigen Genehmigungen vorliegen hat wird er tägliche durch neue Auflagen von der Verwaltung an der Eröffnung gehindert.

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Schon 2011 wurde in der NGZ über den Freithof hitzig diskutiert. Damals wollten die Vertreter von Verwaltung und Stadtmarketing die Platanen weg haben. Sie seien zu groß und würden nur Arbeit und Kosten verursachen.
Auch war die Rede davon die Bäume wären von eine Krankheit befallen und müssen beschnitten werden.
Man wird jetzt, 3 Jahre später den Eindruck nicht los als hätte man jetzt kurz nach dem Orkan „Ela“ den perfekten Grund gefunden endlich sich der „ungeliebten“ Platanen zuendledigen. Man musste schließlich handeln, Stichwort Gefahr in Verzug – „Verkehrssicherungspflicht“.

Vom Gärtnern in der Stadt | Urban Gardening

Heute mal ein Buchtipp:
Wer sich für Urban Gardening interessiert findet in dem Buch: „Vom Gärtnern in der Stadt“ von Martin Rasper eine tolle Abhandlung rund um das Thema urbaner Gartenbau in der Stadt.

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Aufmerksam wurde ich auf dieses tolle Buch bei meinem letzten Besuch in der Stadtbibliothek in Neuss. Das Buch lag in dem Regal Neuvorstellungen, ich musste es sofort mitnehmen da ich schon seit längerem an diesem Thema interessiert bin.

Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt

Sie gärtnern in grob gezimmerten Hochbeeten oder in Plastikkisten, produzieren Gemüse und Obst auf Brachflächen in der City ebenso wie am Stadtrand und bepflanzen auch mal Baumscheiben oder Verkehrsinseln: die neuen urbanen Gärtner sorgen für Farbe in Deutschlands Städten.

Was sie treibt, ist das archaische Vergnügen, zu pflanzen und zu säen und einen Teil ihrer Nahrung selbst zu erzeugen – aber auch der erklärte politische Wille, die Lebensmittelproduktion und die Landwirtschaft nicht einer zunehmend gewissenlosen Industrie zu überlassen.

Dieses Buch ist ein kundiger und aktueller Führer durch die urbane Gartenszene und ihre vielfältigen Initiativen. Aber es erzählt auch von der tiefen Verwurzelung des Gartens in unserer Kultur, von der bedrohten Vielfalt der Obst- und Gemüsesorten, vom Garten als Ökosystem und seinem wichtigsten Bestandteil, einem lebendigen Boden.
Viele Praxistipps und Adressen für die, die sofort loslegen wollen, machen es zu einem unentbehrlichen Ratgeber für alle Stadtgärtner.
Quelle:http://www.oekom.de

Buchtipp

Urbaner Gartenbau, auch Urban Gardening, ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld.

Quelle:Wikipedia

DER ERZWUNGENE WEG | LOST PLACE MÜNSTERSCHULE

Das Areal der alten Münsterschule dümpelt vor sich hin, einer der vielen Lost Places in Neuss

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Jetzt möchte die Stadt Neuss eine Weg durch diesen Ort führen mit dem Arbeitstitel:

 

„Herstellung einer provisorischen Fußwegeverbindung zwischen Quirinusstraße und Fußgängerbrücke Kopfgebäude Hafenbecken 1“

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Lageplan Quelle : Stadt Neuss

Strassenbau 34.800 € + Beleuchtung 3.000  = € 37.800 € / Summe Folgekosten 7490 €

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Eine synergetisches Wege und Orte Gefüge ist der perfekte Motor für guten Städtebau, aber bitte nicht um jeden Preis eine erzwungen und provisorischen Weg von A nach B installieren.

forumstadt | STADT NACHHALTIG PLANEN

IMPRESSIONEN von der Veranstaltung „forumstadt“ Ein Engagement der Firma RINN – Düsseldorf im Hyatt Regency / Medienhafen am 26.09.2013

Stadt nachhaltig planen Nachhaltige Stadtentwicklung ist ein gesellschaftliches Thema und ein gelebtes Unternehmensziel von Rinn. Entwickler und Hersteller von Produkten, Planer und Architekten sind heute gemeinsam gefragt, wenn es um zukunftsfähige Ideen für nachhaltiges Bauen und lebenswerte Städte geht. Mit forumstadt bieten wir eine Plattform, auf der Experten ihre Erfahrungen, Visionen und Beispiele aus der Praxis vorstellen und diskutieren können.(Einladung)

imageDie Location das Hyatt Regency / Düsseldorf Medienhafen

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  • Planen in der Grauzone? 10 Thesen zur nachhaltigen StadtentwicklungRobert Kaltenbrunner
  • Mit Nachhaltigkeit Qualität steigernMarkus Gnüchtel
  • Nachhaltigkeitsmanagement in den KommunenBabette Köhler
  • Stadt anders planen – Räume in TransformationKlaus Overmeyer
  • Landschaftsarchitektur in wachsenden und schrumpfenden Regionen – Sieben Grundsätze und ThesenGerd Aufmkolk

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image STADTWELT IMPRESSIONEN / PLANUNGSUNTERLAGEN RINN

 

  • Planen in der Grauzone? 10 Thesen zur nachhaltigen StadtentwicklungRobert Kaltenbrunner

Nachhaltigkeit wird heute als zentrales Leitbild kommuniziert, wobei es freilich auch zu einem „Gummi-Wort“ geworden ist, welches jeder gerne für sich, seine Anliegen und Projekte, reklamiert. Vor diesem Hintergrund soll das Thema in Thesen beleuchtet und eingekreist werden: Teilweise spekulativ, teilweise appellativ, hoffentlich streitbar, in jedem Fall ohne Anspruch auf Vollständigkeit und streng logische Abfolge. Formuliert aus der Warte eines gelernten Architekten, doch alles andere als unkritisch dem Metier gegenüber.

1. Stadtentwicklung braucht Leitbilder, aber keine Patentrezepte
Eine nachhaltige Stadtentwicklung muss sehr komplexen Anforderungen an urbane Lebensformen entsprechen. Daraus ergibt sich nun – paradoxer Weise – die Erwartung, diese Komplexität auf wenige Parameter zu komprimieren. So verständlich das ist, so wenig darf es dazu führen, lehrbuchartige Blaupausen zu fordern.

2. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Energieeinsparung
Vermeidungsstrategien erhalten meist den Vorzug gegenüber aktiver Energiegewinnung. Dass das reicht, darf man bezweifeln. Es braucht den Gedanke der Kreislaufwirtschaft, den intelligenten Umgang mit Rohstoffen; wir benötigen rezyklierbare Materialien. Und möglicherweise ist es besser, auf ökologische Intelligenz statt auf energetische Effizienz in Gebäuden zu setzen.

3. Notwendig sind klare(re) Maßstäbe – jenseits des Zertifizierbaren
Wir brauchen ein überschaubares Bündel an konkreten Zielen – sie bilden die Orientierung dafür, wie weit man gekommen ist, was bereits erreicht wurde und wo noch Anstrengungen zu unternehmen sind. Allerdings, die Qualität von Entwurf und Planung läßt sich in quantifi-zierbaren Größen nicht erschöpfend erfassen. Die Vielfalt unserer Städte lebt gerade davon, dass es keine verbindliche Norm dafür gibt und geben kann.

4. Der Blick auf’s Ganze geht in unserer zur (Über-) Spezialisierung neigenden Welt tendenziell verloren
Das Ganze wird (zu) gern in Einzelprobleme zerlegt – in Häuser, Straßen und Plätze, in Probleme der Versorgung, der Bevölkerung, der Wirtschaft usw. Daraus erwächst die Gefahr, daß die einzelnen Teilaspekte sich selbständig machen. Der Gesamtkomplex, das Gefüge tritt in den Hintergrund. Es geht nicht an, Fragen der Nachhaltigkeit an einzelne Spezialisten weiter zu delegieren.

5. Nachhaltigkeit darf nicht in Kulturverschwendung ausarten
Die globalen Klima-Debatten haben politische Regulative hervorgebracht, die nun ihrerseits problematisch werden. Nicht zu Unrecht wurde ja moniert, dass die EnEV – die zentrale deutsche Rechtsnorm – sich allein mit dem Einzelgebäude beschäftige, nicht mit der einzelnen Wohnung, aber auch nicht mit städtebaulichen Konsequenzen ihrer Umsetzung.

6. Wir müssen die gebaute Umwelt eher als Organismus denn als Maschine begreifen
Eine Maschine steht der Umwelt in fremder Unabhängigkeit gegenüber; sie vollbringt ihre Leistung nur aus ihrer internen Logik. Ein Organismus dagegen hat einen Stoffwechsel, der ihn mit seiner Umwelt verbindet. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

7. Bürgerbeteiligung muss neu buchstabiert – und gelebt werden
Die Begriffe Beteiligung, Teilhabe, Partizipation sind seit jeher programmatische Schlagworte im Planungs- und Urbanitätsdiskurs. Sie offenbaren jedoch ein Janusgesicht. Zugleich gibt es heute ein weitverbreitetes Verhaltensmuster: Das „Not-in-my-back-yard-Syndrom“. Einfache Antworten auf diese Problemlage gibt es nicht. Sicher ist nur, dass Baukultur zum Aushandlungsprozess wird, und dass Planung heute auch eine aktivierende Auseinandersetzung mit Vorstellungen und Wünschen möglichst vieler Bürger sein sollte.

8. Nachhaltigkeit gibt es nicht ohne gesellschaftlich-kulturelle Akzeptanz
Wir können konstatieren, dass sich in unserer Gesellschaft ein gewisser Paradigmenwechsel vollzieht: weg vom einseitigen Wirtschaftswachstum, hin zu mehr Lebensqualität. In Bezug auf die Nachhaltigkeit ist das aber durchaus ambivalent, z.B. bei der Flächeninanspruchnahme. Deshalb liegt eine der wichtigsten Aufgaben der Planung heute darin, ein neues, identitätsstiftendes Bild vom Bauen und Wohnen zu formulieren.

9. Der öffentlichen Raum ist und bleibt das zentrale Aktionsfeld
Öffentliche Räume entstehen durch Nutzungen. Deshalb stellt sich die Frage, welche Nutzungen werden durch bestimmte Planungen, Infrastrukturen und Bauten erzeugt? Und welche Nutzungen lassen andere – andersgeartete – Räume zu? Es muss darum gehen, vielerlei Räume der Stadt gleichsam zur Verfügung zu stellen. Es braucht also entschiedene Anstrengungen, an bestimmten Orten gewissermassen eine „gefühlte Öffentlichkeit“ zu entwickeln.

10. Nachhaltigkeit braucht Gestaltung – und eine überzeugende sinnliche Präsenz
Wenn man Umweltenergien sinnvoll in Ortsplanungen direkt oder indirekt einbeziehen will, so kann das nicht ohne Auswirkungen auf deren Gestalt bleiben. Doch selbstkritisch wird man einräumen müssen, dass die bisherige Nachhaltigkeitsdiskussion die sinnlich-ästhetische Komponente weithin vernachlässigt (oder vergessen) hat.

Fazit: Um Stadt nachhaltig zu planen, muss das Rad nicht neu erfunden werden: Denn die ursprünglichen Werte des Metiers sind m.E. am nachhaltigsten: Tragfähige Konzepte, sorgfältige Planung, durchdachte Details, gute Ausführun

  • Mit Nachhaltigkeit Qualität steigernMarkus Gnüchtel

Um nachhaltiges Bauen zu gewährleisten ist es uns wichtig die verfügbare Informationsdichte zu dem gesamten Bauvorhaben deutlich zu erhöhen. Der Vortrag wird auf Baustoffe, Baukosten und Prozesspartnerschaften fokussieren.

Wir begreifen Bauwerke als sich verändernde Systeme. Die Qualität der Veränderung wird entscheidend durch das nachhaltige Denken beeinflusst. Dieser Wandlungsprozess wird von langhaltenden Werkpartnerschaften getragen.

Als Leit- und Kontrollinstrumente zur Nachhaltigkeit stehen den Beteiligten aktuell die Systeme Bream, Leed und Dgnb zur Verfügung. Allen Systemen ist ein „benchmarking“ des Projektes über Kriterienchecklisten und eine Kennwertberechnung gemein.

Mit Fokus auf die Landschaft sind die größten Einflussfaktoren beim nachhaltigen Bauen die Transportwege, Erdmassenbewegungen und die Herstellung von Oberflächenbefestigungen; In der Nutzung die Pflegestandards der Vegetationsdecke.

Durch das Einbeziehen der Ökobilanz in der Planung verschieben sich die Beurteilungskriterien der Materialauswahl. Die Materialeigenschaften von Belägen sind im Bezug auf Primärenergieeinsatz bei der Herstellung, Flexibilität in der Nutzung, Umbaufähigkeit, Haltbarkeiten und Recyclingpotential als Gesamtkomplex neu zu bewerten. Nur die Kenntnis dieses Gesamtzusammenhanges mit einer verlässlichen Datengrundlage ermöglicht den nachhaltigen Materialeinsatz.

Für eine sich in der Zeit und Qualität verbessernde Freianlage ist die dynamische Lebenszykluskostenermittlung unerlässlich. Der Wert einer Anlage lässt sich auf Dauer nur anhand des Grades der Akzeptanz und Nutzung messen. Folglich sollten die zur Wertstabilisierung / -steigerung notwendige, wiederkehrende Kosten und Maßnahmen partizipativ verhandelt und festgelegt werden.

Die Kooperation von Bauherren, Planern und Nutzern über die gesamte Nutzungsdauer wird Nachhaltigkeit, Wertstabilität und Zufriedenheit sichern

  • Nachhaltigkeitsmanagement in den KommunenBabette Köhler

Einleitend wird ein Überblick gegeben zur besonderen Situation und jüngeren Geschichte der Stadt Freiburg, die eng mit der Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung verwoben ist.

Der Nachhaltigkeitsprozess in Freiburg wird mit den wichtigen Meilensteinen chronologisch dargestellt.

Die aktuellen Freiburger Schwerpunktsetzungen Bildung für nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Beteiligung, Klima & Energie, nachhaltige Stadtplanung und nachhaltige Mobilität werden jeweils anhand von Beispielprojekten vorgestellt und erläutert.

Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags liegt im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung, in dem Freiburg u.a. mit den beispielgebenden Stadtteilen Rieselfeld und Vauban, den umfassenden, an den Nachhaltigkeitszielen orientierten baulandpolitischen Grundsätzen, den ehrgeizigen energetischen Standards, neuen Formaten der stadtteilbezogenen Bürgerbeteiligung, der konsequenten Einzelhandelssteuerung und einem zukunftsweisenden Mobilitätskonzept Maßstäbe setzt.

Am Beispiel der nachhaltigen Stadtentwicklung in Freiburg wird anhand einer Vielzahl von Einzelprojekten und Initiativen die Herangehensweise Freiburgs erläutert und aufgezeigt, wie der Nachhaltigkeitsgedanke im gesellschaftlichen Diskurs verankert und im kommunalen Handeln umgesetzt werden kann.

  • Stadt anders planen – Räume in TransformationKlaus Overmeyer

Viele Städte und Gemeinden haben erkannt, dass sie ihre Zukunft am Bestehenden ausrichten müssen. Nicht länger horizontales Wachstum auf unverbrauchten Flächen, sondern die Transformation des Bestandes rücken in den Fokus und damit immer mehr Gebäude und Freiräume, die sich in einem Übergangsstadium befinden, zwischen aufgegebener und neu geplanter Nutzung, zwischen Abriss und Neubau oder Umbau und Umnutzung.

Mit der Gestaltung von Transformationsprozessen und –räumen ist eine Vielzahl von zukunftsweisenden Ansätzen verbunden, die aktuell in der Stadt- und Freiraumentwicklung diskutiert werden. Dazu gehören die multifunktionale Nutzung öffentlicher Räume, neue Modelle gemeinschaftlicher Lebensformen, nutzergetragene Projektentwicklungen, das Recycling von Materialien und Flächen wie auch die Stärkung lokaler Kreisläufe und Ökonomien.

Für Landschaftsarchitekten stellen sich neue Herausforderungen in mehrfacher Hinsicht. Neben gestalterischen Qualitäten gilt es, Planungen für Freiräume dynamischer auszurichten, stärker mit dem Vorhandenen zu arbeiten und Freiraumnutzer als Freiraumproduzenten zu gewinnen.
Folgende Denkrichtungen eröffnen neue Handlungsräume:

Bilde eine Makro- und eine Mikroperspektive. Verknüpfe sie.
Wie das Makro- und Mikroklima beim Wetter hängen kleinräumliche Milieus mit gesamtstädtischen Dynamiken oft eng zusammen. Die Verknüpfung von lokalen Bedingungen städtischer Transformationsräume mit den großmaßstäblichen Entwicklungstendenzen schafft ein verändertes Bewusstsein für die Effekte räumlicher Planungen.

Mache die Nutzer zum Ausgangspunkt deiner Planung. Gewinne sie als Ko-Produzenten der Entwicklung.
Wir sind es gewohnt für Nutzer als Raumkonsumenten zu planen und zu gestalten. Zunehmend werden sich Menschen über den Zusammenhang zwischen Lebensumfeld und eigener Lebensweise bewusst. Re-lokalisierung ist ein Schlüssel der kommenden Stadt. Menschen als Ko-Produzenten für Stadt- und Freiraumentwicklung zu gewinnen bedeutet, Möglichkeitsräume für selbstbestimmte Projekte in Planung zu integrieren und Projektmacher in ihrer Organisation zu unterstützen.

Arbeite mit neuen Werkzeugen.
Transformationsbarometer, Nutzeratlanten, Wetterkarte oder Dinnergespräche — wir müssen unsere bestehenden Planungs- und Entwurfspraktiken erweitern, um komplexe
Transformationsprozesse zu steuern. Gefragt sind vielschichtige Analysemethoden, die verschiedene und unkonventionelle Perspektiven auf den Raum eröffnen. Es gilt, die treibenden Kräfte und Akteure von Transformation zu lesen und sie in resiliente Raumstrategien einzubetten

  • Landschaftsarchitektur in wachsenden und schrumpfenden Regionen – Sieben Grundsätze und Thesen Gerd Aufmkolk

1. Wachstum und Schrumpfung
Kennzeichnend ist eine ausgeprägte Diskontinuität in der räumlichen Entwicklung als Herausforderung an die Raumplanung: verträgliche Verteilung des Wachstums angesichts enger werdender Spielräume auf der einen Seite, Sicherung Infrastruktur auf der anderen Seite.

2. Kompetenzen der Landschaftsarchitektur
Landschaft ist keine unveränderliche Größe, sondern vom Menschen hergestellt, sie unterliegt einem stetigen Wandel. Die Profession der Landschaftsarchitekten hat Kenntnisse über die natürlichen Lebensbedingungen. Sie ist in der Lage, daraus Schlüsse für Planungsvorstellungen zu ziehen. Es gibt einen Schatz an technologischem Wissen aus der Vegetationstechnik zur Begrünung auch schwieriger Standorte.
Konversion ist für die Landschaftsarchitektur ein altbekanntes Tema. Da sich landschaftliche Gegebenheiten nicht an administrativen Grenzen orientieren, gibt es in der Landschaftsarchitektur interkommunales oder regionales Denken. Gewässer, Topographie oder großmaßstäbliche Vegetationsformen wie Wälder bieten eine andere Orientierung.

3. Schrumpfungsregionen
Die historische Erfahrung der Landschaftsarchitektur mit der Umwandlung von Siedlung in Wald, vom Vordringen des Waldes in die offene Kulturlandschaft kann wertvoll sein. Vielleicht trägt die Landschaftsarchitektur dazu bei, diese Prozesse fruchtbar zu machen im Sinne einer neuen Stadt- und Freiraumentwicklung. Zu „Hauptspielern“ in den Freiräumen einer neuen „Stadt-Kultur-Landschaft“ könnten die Land- und Forstwirtschaft, der Gartenbau oder die „Neuen Wildnisse“ avancieren.

4. Neue Planungsinstrumente
Der Landschaftsplan als Teil des Flächennutzungsplans ist ein gutes und bewährtes Instrument.
Neue Planungsinstrumente wie ILEK und ISEK als informelle, in welche die Belange der Landschafts- und Freiraumplanung Eingang gefunden haben, ermöglichen neue Spielräume.

5. Umgang mit der öffentlichen Armut
Die öffentlichen Haushalte sind angespannt und werden es auf absehbare Zeit bleiben. Das stellt die Landschaftsarchitektur vor Herausforderungen bzgl. der Herstellungs- und Unterhaltskosten.

6. Ressourcenschonendes Bauen
Die „Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ hat sich ressourcenschonendes Bauen zum Ziel gesetzt, entwickelt dafür Forschungsvorhaben und betreibt Öffentlichkeitsarbeit. Unter dem Stichwort der „Suffizienz“, einer Lebens- und Wirtschaftsweise, die dem übermäßigen Verbrauch von Stoffen und Energie ein Ende setzt, sucht die DGNB nach entsprechenden Bauweisen und Technologien. Auf die Produkte der Landschaftsarchitektur bezogen sollten die gleichen Prämissen gelten.

7. Einbeziehung der Bürger Der Dialog mit den Bürgern über alle Planungsvorhaben ist zum Regelfall geworden. Richtig organisiert kann er gerade die Themen der Landschaftsarchitektur befördern.

Quelle: Texte www.forumstadt.de